Aus dem Alltag am Balzenberg
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Aus dem Alltag am Balzenberg

Es ist Frühling

Die Blaukissen an unserer Gartenmauer stehen in voller Blüte, die Wiesen sind übersät mit Söiblueme (Löwenzahn) und auch die Apfel- und Zwetschgenblüten öffnen sich. Das freut nicht nur unsere Augen, sondern auch die Bienli. Es herrscht reges Treiben in meinen beiden Stöcken und gestern habe ich nun den ersten Honigraum aufgesetzt. Es ist Gründonnerstag. Am Ostersonntag werde ich mein letztes Glas Honig auftischen und ich habe schon den Ehrgeiz, keinen Honig zu kaufen. Wenn alles gut geht, kann ich Ende Juni den ersten neuen Honig schleudern.

Im Garten recken die ersten zwölf Spargel ihre Köpfe aus der Erde, die Kefen (Zuckerschoten) sind gut angegangen und auch die Rüebli und der Spinat zeigen ihre ersten zarten Keimblätter. Seit Anfang dieser Woche ist es wärmer geworden, so dass wir die Suppe schon draussen an den grossen Tischen löffeln können. Und das auf nagelneu restaurierten Gartenstühlen. Oli, ein Teilnehmer noch aus Burkhardts Zeiten, hatte sich im letzten Sommer angeboten, unseren Gartenstühlen eine Grundüberholung angedeihen zu lassen. 15 Stück hat er sich ins Auto gepackt und mitgenommen. Im Herbst habe ich ihn und seine Frau dann besucht, und wir haben die vielen, vielen Latten, je vier als Sitzfläche und zwei als Lehne, gemeinsam zweimal geölt. Alles Material haben wir ihm gezahlt, aber all die Stunden des Schrubbens und Schleifens, des Ab- und Anmontierens hat er uns, dem Verein, diesem Ort mit den Worten: „Ich habe hier so viel bekommen“, geschenkt. Herzlichen Dank!

Auch in den Wirk- & Werkwochen haben sich wieder einige in den Dienst gestellt. Und so sind im vergangenen Winter neun neue Sitzkissen entstanden. Die ersten vier waren noch Probekissen, mit Reissverschluss am Rand oder unten, gedeckt oder offen und eines mit Schnur zum zusammen binden. Die Schnurvariante hat gewonnen und so sind alle weiteren nach diesem Modell genäht. Der Polsterstoff allerdings erwies sich als zu steif, aber in meinem grossen Fundus an Stoffen fand ich noch die alten Tischdecken, mit denen wir seinerzeit die nicht so ansehnlichen Bierzelttische bedeckt haben. Gelb, orange und rot sind sie und vor über zwanzig Jahren habe ich sie für mein Hochzeitsfest genäht und gefärbt. Nun leuchten die neuen Sitzkissen in diesen warmen fröhlichen Farben.

Es gibt immer wieder die Möglichkeit, hier mitzutun und teilzuhaben. Am 7. und 8. Juni, zum Beispiel wird wieder geholzt. Oder wer mag, fragt einfach an. Ich freue mich immer sehr über tatkräftige Unterstützung und gemeinsames Tun.

So, nun gehe ich wieder in die Küche. Oben wird geatmet, und danach haben die meisten Menschen grossen Hunger. Heute gibt es ein aryuvedisches Menu, gestern hatten wir eine Eigenkreation von mir: Randen-Risotto. Ich bin gerade noch dabei, es zu rezeptieren. Wenn ich es dann noch einmal probegekocht habe, werde ich es auf der Website veröffentlichen. Seit dem Winter findet ihr auf www.balzenberg.ch/hausleitung im unteren Teil Rezepte von mir. Bisher sind dort einige vegane Brotaufstriche zu finden, aber es wird wachsen.

So wie der Spargel und die Kefen...


Herzliche Frühlingsgrüsse

und bis bald vielleicht

Anne Dhyan Mara