Aus dem Alltag am Balzenberg
Photo

Aus dem Alltag am Balzenberg

Wirk- und Werkwochen am Balzenberg

In den Gärten, den Häusern und auch für den Seminarbetrieb ist viel zu tun... viel zu viel für eine Person alleine.
Bei der Generalversammlung des Vereins »Begegnung am Balzenberg« haben wir beschlossen, im Jahr zwei bis drei Zeiträume als Wirk- und Werkwochen auszuschreiben. Wochen, in denen Freunde und Interessierte kommen können, um sich hier in den Dienst zu stellen. Ob Apfelernte oder Zwetschgenmus kochen, Holz spalten oder eine Terrasse bauen, Sitzkissen nähen oder Unkraut jäten... je nach Wetter und Jahreszeit gibt es ganz unterschiedliche Betätigungsfelder. Du kannst hier Neues lernen und dein Können und Wissen an Andere weiter geben.
Deine tätige Mithilfe wird mit Kost und Logis, Gemeinschaft und Meditation und natürlich mit dem Blick auf dein Tagewerk entlohnt.
 
Der erste Zeitraum ist vom 8. September bis zum 7. Oktober 2018
Du kannst für ein paar Tage kommen oder für ein, zwei Wochen. Die Zeitspanne ist fliessend und frei wählbar.

Photo

15. August 2018

Sommer
Es gewittert am Balzenberg und das ist eine wahre Lust und Freude!
Auch hier oben sind wir reich beschenkt mit Sonne und Hitze, aber meist geht dann doch ein kleines Lüftchen und in grösseren Abständen hatten wir auch immer Regen, so dass die Gärten eigentlich noch ganz gut da stehen. In diesem Jahr habe ich mal ein „Inka-Feld“ ausprobiert: Maispflanzen im Carré, darunter Kürbis und Zucchini und an die Maispflanzen habe ich Feuerbohnen gelegt. Zwar ist der Mais inzwischen vom Hagel vor drei Wochen etwas zerzaust aber er trägt schöne Kolben. Die Zucchini wachsen gut und die Bohnen ranken fröhlich am Mais empor, ihre ersten roten Blüten leuchten schon aus der Ferne. Jeden Tag können wir durch die Gärten streifen und unser Menu frisch ernten... Krautstiele, Buschbohnen, Kartoffeln, Randen, Sellerie und natürlich Zucchini... täglich Zucchini! Sogar die Feriengäste, die zehn Tage im Lädeli Urlaub machten, konnten den Grossteil ihrer Bedürfnisse aus den Gärten decken. Dazu machte ich Joghurt für sie, backte Brot und besorgte Milch.
Da fehlen nun nur noch die frischen Eier von den glücklich scharrenden Hühnern hinterm Haus. Der Hühnerstall ist fast fertig, die Gäste nannten ihn sogar Hühnervilla. In den Frühsommermonaten standen dann aber andere Arbeiten im Vordergrund. Die Gärten brauchten Aufmerksamkeit und Pflege, der Juni war gut ausgebucht mit Wochenendseminaren, wir hatten drei Holzertage, der erste Honig war zu schleudern und im Juli fand die erste Herzwärts-Jahresgruppe statt. Inzwischen habe ich den Honigraum schon ganz abgeräumt und nach dem Auffüttern der Bienli bin ich nun daran, sie gegen die Varroa-Milbe mit Ameisensäure zu behandeln...
Und jetzt geht es also weiter mit dem Hühnerparadies: Der Hühnerhof hat eine Tür, die allerdings noch nicht in ihren Angeln hängt, die Hühnervilla ein Törchen, wo nur noch der elektronische Pförtner fehlt; so heisst ein Gerät, welches am Morgen das Hühnertöri öffnet und am Abend zur Dämmerung, wenn die Hühner sich zur Ruhe auf ihre Sitzstangen begeben, wieder schliesst. Das ist noch wichtig für mich, denn sonst müsste ich meinen Alltag komplett nach den Hühnern richten, müsste das Jahr durch immer zur Dämmerung zu Hause sein, um bei den Hühnern zuzumachen, damit der Fuchs nicht rein kommt. Anders als die Bienen brauchen die Hühner tägliche Aufmerksamkeit. Sie brauchen Wasser, Futter und eben meinen Schutz, damit der Fuchs sie nicht holt.
So kommt mit der Freiheit, aus der ich hier meinen Lebensraum gestalten kann auch die Verantwortung für das, was ich erschaffe. Denn Freiheit braucht Verantwortung.
 
Es regnet immer noch und immer wieder... und bald habe ich Geburtstag; bis dahin sollen alle Löcher im Hühnerparadies geschlossen oder schliessbar sein, denn eine Freundin hat mir durch die Blume gesteckt, sie würde mir gern ein Huhn schenken. Ich bin schon sehr gespannt, wie es ist, wenn es dann da ist, das scharrende, gackernde Federvieh!
 
Euch allen einen frohen Sommer!
Herzlich Anne Dhyan Mara


Sommer August 2018 als pdf

Frühling April 2018 als pdf